Recht Emirate Dubai :
Geschäftsabwicklung ::
Beispiel
für unsere Denkweise bei Geschäftsverhandlungen
Überlegen wir nach diesem Überblick
systematisch, welche Möglichkeiten es gibt, um einen Konflikt, wie er
alltäglich zwischen Menschen entstehen kann, auszutragen. Stellen wir
uns dazu zwei Parteien vor, die irgendeinen Interessenkonflikt haben.
Das können Nachbarn sein, die sich z. B. über einen Baum streiten, der
den einen erfreut und dem anderen das Licht nimmt. Das können
Unternehmer sein, die einen Streit wegen einer Patentverletzung führen.
Das können Mieter- und Vermieter sein, Arbeitgeber-
und Arbeitnehmer, Käufer und Verkäufer - überall
im Zusammenleben der Menschen kommen alltäglich Konflikte vor.
Sie sind ein wesentlicher Teil unseres Lebens.
Und
jetzt stellen wir uns vor, diese beiden Betroffenen setzen sich zusammen
und verhandeln über ihren Konflikt. Dann wird immer folgendes
geschehen: Die Beteiligten werden nicht den Konflikt selbst erzählen,
sondern sie werden die Geschichte ihres Konfliktes erzählen. Sie werden
also berichten, was geschehen ist. Und sie werden sich dabei eine
Zukunft ausmalen, in welcher der Konflikt in ihrem Sinne gelöst ist.
Diese
Zukunft werden sie in Form von Forderungen - Positionen - beschreiben.
Das wird nicht nur eine Partei tun, sondern das werden beide Parteien
tun. Beide werden Positionen einnehmen ("Der Baum muss gefällt
werden! - Der Baum wird nicht gefällt!"). Und dann werden beide
feststellen, dass ihre Positionen unvereinbar sind (entweder der Baum
wird gefällt - oder er wird nicht gefällt).
Aus unterschiedlichen Interessen werden unvereinbare Positionen
Damit
haben beide ein zusätzliches Problem, welches sie vor der Verhandlung
nicht hatten. Vorher verfolgten sie unterschiedliche Interessen, aber
jetzt haben sie unvereinbare Positionen befestigt. Diese Positionen
stehen in der Welt und vergrößern die Probleme der Parteien. Wie geht
es nun weiter?
Wenn
einmal Positionen erreicht sind, dann gibt es genau drei Möglichkeiten
weiterzukommen und alle drei Möglichkeiten sind für die beiden
Parteien unerfreulich.
Die erste Möglichkeit:
Die Betroffenen einigen sich nicht. Ihre Verhandlung scheitert. Das
passierte seit Anbeginn der menschlichen Geschichte immer wieder. Wenn
die Parteien in einem solchen Fall nicht einfach auseinandergehen können
(wie etwa bei einer gescheiterten Kaufverhandlung), sondern aneinander
gekettet sind (wie etwa im Fall des Nachbarstreits) brauchen sie einen
Dritten, der ihren Konflikt entscheidet. Das ist die Grundlage unseres
juristischen Berufes.
Die zweite Möglichkeit:
Die Beteiligten setzen Machtmittel ein. Sie üben Druck aus. Sie
versuchen, den anderen durch Anwendung von Drohungen, von Gewalt, von
Macht irgendwelcher Art, zu beeinflussen. Das setzt natürlich voraus,
dass entsprechende Mittel vorhanden sind. Gelegentlich ist das der Fall,
meistens aber nicht.
Es
setzt weiter voraus, dass man diese Mittel verwenden kann, ohne in die Nähe
zu strafrechtlichen Tatbeständen, wie Nötigung, Erpressung und ähnlichem
zu geraten. Auch diese Möglichkeit ist also insgesamt wenig erfreulich.
Der Verhandlungstanz hat einen schlechten Ruf
Welche dritte Möglichkeit gibt es noch?
Diese dritte Möglichkeit kennen Sie alle. Sie ist die Ursache dafür,
dass das Verhandeln als "Feilschen" bei vielen Menschen in
Deutschland einen schlechten Ruf genießt. Ich meine den arabischen
orientalischen Basar (der Kern des arabischen Handels). Wir
finden ihn überall auf der Welt, auch wenn er mit unterschiedlicher
Begeisterung betreten wird.
In
den nördlichen Ländern gehen die Menschen eher gehemmt und freudlos in
den Basar. In den südlichen Ländern wird er dagegen als ein Weg des
interessengerechten Gebens und Nehmens sowie des einander Näherkommens
gesehen. Davon abgesehen gelten überall dieselben Basarregeln. Der eine
gesteht ein wenig zu, der andere erwidert das Zugeständnis mit einem
entsprechenden Gegenzugeständnis; daraufhin kommt wieder ein Zugeständnis
und so führen die beiden etwas auf, was die Amerikaner den
Verhandlungstanz nennen: "Negotiation Dance".
Sie
tanzen aufeinander zu und einigen sich mehr oder weniger in der Mitte.
Das ist eine Veranstaltung, die bei uns, wie gesagt, Unbehagen erweckt.
Aber wenn man nach den Gründen für dieses Unbehagen fragt, fällt die
Antwort schwer.
In
den Dingen des täglichen Bedarfs sind feste Preise wohl auch nützlich.
Aber der Basar ist überall da unvermeidlich, wo es um Beträge geht, für
die feste Bezugsgrößen fehlen. Wenn es beispielsweise um Grundstücksveräußerungen
geht, um Unternehmensveräußerungen, um Schadensverhandlungen
mit einem Versicherer, dann geht es nicht ohne die Spielregeln des
Basars.
Positionen sind geschaffene Schwierigkeiten
Will
man an diesem Befund etwas ändern, muss man die Positionen überwinden.
Positionen sind ja nichts anderes als selbst geschaffene
Schwierigkeiten. Statt um sie zu streiten, muss man auf die
zugrundeliegenden Interessen zurückgehen. Das hört sich leicht an.
Aber Interessen sind komplex und Komplexität überfordert uns rasch.
Wenn
es gleichwohl gelingt, eine interessenorientierte Verhandlung zu führen,
dann entstehen ganz neue Lösungsmöglichkeiten. Den betroffenen
Parteien selbst wird dies meistens nicht gelingen, aber dafür haben sie
ja ihre Rechtsanwälte, die das für sie übernehmen können, und die
das auch trainieren können, sofern es ihnen gelingt, tradierte
juristische Verhaltensweisen im Bedarfsfalle zu überwinden.
Jeder sucht seinen individuellen Nutzen
Das
ist ein Mechanismus, der die Art und Weise erklärt, wie viele Konflikte
ausgetragen werden. Jeder sucht seinen individuellen Nutzen zu mehren
und beide schädigen das Ganze.
Wir
können Verhandlungsregeln verabreden, die dann auch wirklich
gelten, und auf deren Einhaltung wir dringen sollten. Dies lenkt das
Augenmerk auf das System der Verhandlungsregeln, das bei Manipulationen
aktiviert wird.
Statt durch Regelaktivierung zu
manipulieren, können wir etwas sehr viel besseres tun: Wir können
Spielregeln verabreden. Auf diese Weise können wir einen optimalen
Verlauf von Verhandlungen bewirken und verhindern, dass die falschen
Spielregeln befolgt werden. Damit verändern wir den Charakter des
Spiels. Aus einem Nullsummenspiel, bei dem der eine etwas auf Kosten des
anderen gewinnt, wird ein Nicht-Nullsummenspiel, bei dem beide nach Möglichkeiten
suchen, etwas zu gewinnen, was dem anderen nicht fehlt. Beide suchen
also nach zusätzlichen Lösungsmöglichkeiten, die vorher nicht im
Spiel waren.
Wenn
sich die Parteien in Positionsverhandlungen befinden, ist dieser Weg
versperrt. Um Positionen kämpft man. Es geht um Sieg oder Niederlage,
und der Sieg des einen geht immer auf Kosten des anderen. Die
Beteiligten sind nicht kreativ.
In
diese enge Welt sperren wir Juristen sie ein, wenn wir sie in das System
unserer juristischen Angebote an Konfliktlösungen sperren. Da gibt es
nur Forderungen, und entweder diese Forderungen existieren, oder sie
existieren nicht, und das heißt: Der eine hat Recht oder er hat Unrecht
- tertium non datur.
Aber
jenseits dessen, was wir an Normen, an juristischen Normen festlegen können,
gibt es eine Welt, in der sich zusätzliche Verhandlungschips befinden,
zusätzliche Angebote, zusätzliche Möglichkeiten, die bei einem
nichtpositionellen Verhandeln erschlossen werden können, beispielsweise
immaterielle Güter.
Wenn
die Interviews beendet sind und der Auftraggeber einem der Kandidaten
ein Vertragsangebot unterbreitet, sind wir gerne bei den Vertragsverhandlungen
für beide Seiten vermittelnd tätig.
Ebenso
sind wir auf Wunsch unseres Auftraggebers in der Lage, Referenzüberprüfungen
durchzuführen. Diese Prüfungen haben sich nach unseren Erfahrungen als
nützliches Element in der Bewertung eines Kandidaten erwiesen, um das
Bild durch erlebte Erfahrung anderer Personen abzurunden, insbesondere
in den arabischen Geschäftsbeziehungen.
Für
weitere Fragen zu unseren Beratungsleistungen im Bereich der arabisch-deutschen
Geschäftsbeziehungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr
Kontakt zu uns: unternehmensberatung@almontasser.com
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